Aktuelles Thema zur Heimtierhaltung

EU-Reisebestimmungen





Aufgrund einer neuen gemeinschaftsrechtlichen Regelung muss ab 1. Oktober 2004 für Hunde, Katzen und Frettchen, die innerhalb der Europäischen Union grenzüberschreitend verbracht werden, ein Pass nach einheitlichem Muster mitgeführt werden. Dieser Pass muss dem Tier eindeutig zugeordnet werden können, d. h. das Tier muss mittels Tätowierung oder Mikrochip identifizierbar und die Kennzeichnungs-Nummer im Pass eingetragen sein.

Die Kennzeichnung mit Tätowierung ist nur Übergangsweise bis 2. Juli 2012 zulässig. Vorgeschrieben sind ISO-Norm 11784 oder 11785 - bei anderen Standards muss der Tierhalter das Ablesegerät für eventuelle Kontrollen selber zur Verfügung stellen.
Neben Angaben zum Tier und seinem Besitzer muss der Pass den tierärztlichen Nachweis enthalten, dass das Tier über einen gültigen Impfschutz gegen Tollwut verfügt. Für aus Deutschland stammende Tiere heißt dies, dass die letzte Tollwutimpfung mindestens 30 Tage und längstens 12 Monate vor dem Grenzübertritt durchgeführt worden ist.
Irland, Schweden und das Vereinigte Königreich sind ermächtigt, für eine Übergangsfrist von fünf Jahren ihre bisherigen schärferen Anforderungen an den Tollwut-Impfschutz (Blutuntersuchung auf Antikörper) und besondere Bestimmungen für eine Behandlung gegen Bandwurm- und ggf. Zeckenbefall beizubehalten.
Die bisherigen Impfausweise dürfen längstens verwendet werden, bis die letzte dort eingetragene Tollwutimpfung ihre Gültigkeit verliert. Die Angaben aus den bisherigen Impfausweisen können von jedem ermächtigten Tierarzt in den neuen Heimtierausweis übertragen werden, auch wenn die Impfung selbst von einem anderen Tierarzt vorgenommen wurde.

Tierhalter, die nicht beabsichtigen mit ihrem Hund, Katze oder Frettchen zu verreisen, können weiterhin den bisherigen "Internationalen Impfpass" benutzen. Ansonsten ist der EU-Heimtierausweis insofern generell empfehlenswert, als er nicht nur den neuen Regeln entspricht sondern auch geeignet ist, die bisherigen Formulare vollständig zu ersetzen: Es können nämlich auch alle anderen Impfungen eingetragen werden. Die Angaben aus dem gelben "Internationalen Impfpass" kann der/die ermächtigte Tierarzt/-ärztin jederzeit in den neuen EU-Pass übertragen. Die Kennzeichnung des Tieres ist dabei zu prüfen und ggf. neu zu setzen.

Tierhalter, die ohne den neuen EU-Pass auf Reisen gehen, müssen mit Problemen an der Grenze rechnen. Im Einzelfall muss mit Sanktionen des jeweiligen Mitgliedstaates gerechnet werden, die bis hin zur Quarantänisierung des Tieres reichen können und mit erheblichen Kosten für den Tierhalter verbunden sind.


EU-Pass im Internet

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft hat angekündigt, Informationen unter www.verbraucherministerium.de, voraussichtlich in der Rubrik Landwirtschaft, bereit zu stellen.
Die relevanten Vorschriften der EU finden Sie zum kostenfreien Download auf der Website http://europa.eu.int/eur-lex unter "Amtsblatt" nach Eingabe der jeweiligen Fundstelle (Regelungen zum Verbringen: ABl. Nr. L 146 v. 13.6.2003 S. 1; Musterausweis: ABl. Nr. L 312 v. 27.11.2003 S. 1; Übergangsregeln: ABl. Nr. L 98 v. 2.4.2004 S. 55; Liste Drittländer: ABl. Nr. L 94 v. 31.3.2004 S. 7).


Sonderregeln

Irland, Schweden und das Vereinigte Königreich dürfen zunächst für eine Übergangszeit von fünf Jahren weiter gehende Anforderungen stellen. Informationen dazu sind im Internet erhältlich:
Irland und Vereinigtes Königreich (PET Travel Scheme): www.defra.gov.uk/animalh/quarantine/index.htm
Schweden: www.sjv.se/net/SJV/Home
Für Reisen in Drittländer gelten weiterhin deren eigene Bestimmungen. Für die Schweiz als wichtigem Transitland für Urlauber ist davon auszugehen, dass die EU-Regeln anerkannt werden.
Für Reisen aus Drittländern in die EU werden unterschiedliche Bestimmungen gelten: Die EU hat eine zunächst vorläufige Liste von Drittländern erstellt, bei denen der Tollwutstatus dem der EU-Mitglieder entspricht. Für diese Länder gelten gleiche Regeln wie für innergemeinschaftliche Reisen (z. B. Schweiz, Norwegen). Für Tiere aus nicht gelisteten Drittländern gelten weitergehende Anforderungen.

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