Aktuelles Thema zur Heimtierhaltung

Das Süßwasseraquarium


Inhalt:  Das Aquarium
            
Abdeckung und Beleuchtung
            
Heizung
            
Filter
            
Einrichtung
            Wasser



Das Aquarium

Aquarien werden heute in nahezu allen Formen und aus den
verschiedensten Materialien gebaut. Am häufigsten kommt Glas
zum Einsatz, welches mit schwarzem Silikon wulst-verklebt wird.
Mit handwerklichem Geschick und dem Mut zum Risiko lassen
sich auch Aquarien aus Holz (MDF), Zement und
glasfaserverstärktem Kunststoff bauen. Der Selbstbau von
Glasaquarien ist nicht zu empfehlen, da die Standardaquarien
in Ihrem Zoofachgeschäft wesentlich preiswerter sind. Überdies
bieten Markenhersteller bis zu 5 Jahre Garantie.

Stellen Sie Ihr Aquarium an einem möglichst dunklem Ort im
Zimmer auf. An der Stellwand muß ein elektrischer Anschluß
vorhanden sein.

Entschließt man sich zum Kauf einer Aquarienkombination, läßt
sich diese in einer modernen Wohnlandschaft auch als
gestalterisches Element einsetzen.

Abdeckung und Beleuchtung

Man unterscheidet nach oben hin offene und geschlossene
Aquarien. Die offene Variante hat den Vorteil, daß
Sumpfpflanzen aus dem Becken heraus wachsen können.
Außerdem wird das Raumklima durch eine höhere Luftfeuchte
positiv beeinflußt. Hier eignen sich besonders über dem
Aquarium angebrachte HQL- Pendelleuchten. Der große
Nachteil dieses Systems ist der ständige Verlust von Wasser
und Wärme durch die Verdunstung. Eben dies wird bei
geschlossenen Aquarien verhindert. Kunststoffabdeckungen
verfügen, je nach Breite des Beckens, über bis zu 4 integrierte
Leuchtstoffröhren. Generell sind Leuchtstoffröhren auch
preiswerter in der Anschaffung, müssen jedoch 1x jährlich
gewechselt werden, da sie ihre Leuchtintensität verlieren. Mit
Reflektoren, welche hinter den Neonröhren angebracht
werden, kann man die Lichtausbeute um bis zu 50% erhöhen.

Wie hoch die Beleuchtungsintensität letztlich sein muß, hängt
von den zukünftigen Bewohnern des Aquariums ab. Als
Richtwert können 5000 lux pro Quadratmeter gelten.


Heizung

Die einfachste Möglichkeit das tropische Warmwasser-
aquarium auf die gewünschte Temperatur von 24°-
26°C zu erwärmen ist der Stabheizer. Moderne Geräte besitzen
eine Regelautomatik, so daß die Temperatur immer konstant
bleibt.

Will man seinen Wasserpflanzen die optimale Pflege
angedeihen lassen, ist ein Bodenfluter notwendig. Diese Geräte
werden mit einem Niedervolt- Trafo betrieben und erwärmen
den Bodengrund des Aquariums, da das Heizelement dort
mäanderförmig verlegt wird. Durch die langsam aufsteigende
Wärme wirkt der Bodengrund wie ein biologischer Filter, ein zu-
sätzlicher Nutzeffekt.


Filter

Dieser Bereich der Aquaristik wird am kontroversesten
diskutiert.

Die Aufgabe des Filters ist es das Wasser von Schwebestoffen
frei zu halten und Mikro-organismen Besiedlungsfläche zu
bieten. Am besten eignen sich motorgetriebene Außen-

Filter (Topffilter), da diese im Vergleich zu Innenfiltern ein
größeres Volumen aufweisen und sich somit die Standzeit des
Wassers im Filter verlängert. Den Bakterien wird ein
optimaleres Milieu geboten, da sich in einem solchen Filter
sowohl sauerstoffreiche Zonen ( wichtig für den Nitritabbau ), als
auch sauerstoffarme Zonen ( Nitratabbau ) bilden. Für kleine
Aquarien hat sich jedoch auch ein Innenfilter bestens bewehrt,
dieser sollte jedoch wöchentlich gereinigt werden. Die Leistung
des Filters wird so bemessen, daß der Beckeninhalt 4x pro
Stunde den Filter passiert.

Einrichtung

In erster Linie hat die Einrichtung des Aquariums den
Bedürfnissen der zukünftigen Insassen Rechnung zu tragen.
Darüber hinaus kann man aber Effekte erzielen, welche das
Raumangebot dieser kleinen Behälter größer erscheinen
lassen. Die Lichtbrechung läßt ein Objekt im Aquarium näher
und größer erscheinen als es ist. Dadurch stellt sich die Tiefe
wesentlich geringer dar. Diesen physikalischen Gesetzen muß
man bei der Einrichtung entgegenwirken, indem man
gestalterische ,,highlights´´ in den Hintergrund bringt. Die
Aquarien sind dann terassenförmig aufgebaut. Das Anbringen
einer Rückwand nutzt den selben Effekt.

Bodengrund

Es eignet sich nur sauber gewaschener Kies ohne Kanten.
Sand ist zu fein und läßt keinen Sauerstoff an die Wurzeln der
Pflanzen. Wählen Sie eine Körnung um 3mm aus. Positiv auf
das Verhalten der Fische wirkt sich dunkler Bodengrund aus,
dies entspricht auch dem Grund der meisten tropischen
Gewässer.
Nachdem Sie den Kies gewaschen haben bis das abfließende
Wasser klar bleibt, bringen Sie über einer 1cm starken Schicht
Depotdünger 5- 6cm Kies aus.

Dekoration

Allgemein gilt, daß die Einrichtung möglichst einfach,
übersichtlich und die Aquarien-landschaft sorgfältig durchdacht
sein sollte.
Informieren Sie sich eingehend in der Literatur oder bei
Beratungsgesprächen, wenn Sie einen bestimmten
Lebensraum nachgestalten wollen, über die dort vorkommende
Flora und Fauna. Beschränken Sie sich bei der Dekoration auf
wenige markante Elemente, z.B. eine große Wurzel und eine
Steinaufbaut. Dadurch läßt sich der Grundcharakter des
Aquariums einfacher darstellen.
Schaffen Sie keine toten Zonen, die von der Strömung schlecht
erreicht werden.

Bepflanzung

Unter dem Einfluß von Licht sind die Pflanzen in der Lage
anorganische Stoffe umzusetzen und durch die Photosynthese
Sauerstoff an das Wasser abzugeben. Darüber hinaus machen
sich Aquarianer ihre Vielfältigkeit und Schönheit zunutze, um
das Aquarium zu gestalten.
Auch hier gilt: beschränken Sie sich auf höchstens 5 Arten.
Weniger ist mehr!
Lassen Sie sich bei der Auswahl der Pflanzen eingehend
beraten. Berücksichtigen Sie dabei Temperatur- und
Wasseransprüche, Wuchsform- und Größe, sowie Art der
Fortpflanzung.
Allgemein gilt, große und dichte Pflanzen in den
Hintergrund, kleine Pflanzen in den Vorder-grund. Große
Solitärpflanzen werden exzentrisch gepflanzt, da so das
Aquarium länger wirkt.
Bevor Sie die Pflanzen in den
Bodengrund setzen, werden die Wurzeln gekürzt. Das
erleichtert das Anwachsen. Oft haben angebotene
Stengelpflanzen noch keine Wurzeln. Entfernen Sie die
untersten Blattpaare und pflanzen Sie so ein, daß sie nicht
auftreiben können, die Bewurzelung ist nach 2 Wochen
abgeschlossen.


Wasser

Nachdem die Bepflanzung abgeschlossen ist, wird das Becken
aufgefüllt. Auf keinen Fall darf Chlor in das Aquarium gelangen,
da dieses ein starkes Ätzgift ist.
Da jedes Trinkwasser mit
Chlor behandelt ist, ist es notwendig das Wasser aufzubereiten.
Der Zoofachhandel bietet gute Präparate für diesen Zweck.
Diese sind Komplexbildner, welche neben Chlor auch
Schwermetalle durch eine Fällungsreaktion beseitigen.
Füllen Sie nur auf 24°C- 26°C vortemperiertes Wasser so in
das Aquarium ein, daß der Kies nicht aufwirbelt.

Nachdem das Aquarium gefüllt ist, installieren wir alle
technischen Geräte. Der Regelheizer wird auf 24°C- 26°C
eingestellt, die Beleuchtungsphase sollte 12- 14 Stunden
betragen, der Filter läuft ständig. Jetzt braucht das Aquarium
mindestens 14 Tage Ruhe, erst dann können wir die ersten
Fische einsetzen.


Dr. Thomas Knuth


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