Aktuelles Thema zur Heimtierhaltung

Agaporniden


Inhalt:  Herkunft
            
Vogelheim
            
Eingewöhnung
            
Ernährung
            
Pflege
            Zucht



Herkunft

Agaporniden bewohnen die Busch- und Savannenlandschaften
Afrikas und Madagaskars. Dort ziehen sie nur zur Futtersuche in
Schwärmen durch die Galeriewälder der großen Flüsse. Die
übrige Zeit leben Unzertrennliche paarweise. Insgesamt sind 9
Arten bekannt. Die bekanntesten sind Pfirsich-
Köpfchen,
Russköpfchen und Rosenköpfen.

Vogelheim

Das Zuhause bekommt einen zugfreien und hellen, nicht zu
sonnigen Standort.

Käfige aus Metall ohne Kunststoffummantelung sind am besten
geeeignet, da diese bald den kräftigen Schnäbeln zum Opfer
fallen würde. Das Mindestmaß

für den Käfig ist 70cmx30cmx50cm. An wenigstens 2 Stellen
sollen die Gitter-stäbe waagerecht verlaufen, damit die
Agaporniden klettern können. Dabei be-nutzen sie ihren
Schnabel wie ein drittes Bein. Besser sind jedoch Zimmer-
volieren mit entsprechend größeren Abmaßen. Das Zuhause
wird mit einem kräftigen Kletterbaum, Futternäpfen und einem
Badegefäß ausgestattet. Ideal ist ein Brutkasten, da
Agaporniden in ihrer Heimat in Höhlen schlafen. Der Boden
wird mit Vogelsand bestreut. Dieser dient den Tieren als
wichtige Verdauungs-hilfe. Stellen Sie um das Vogelheim
herum Grünpflanzen auf, um die Luftfeuchte auf mindestens
70% zu erhöhen.


Eingewöhnung

Bevor Sie Unzertrennliche erwerben, bedenken Sie bitte, daß
diese nur paarweise gehalten werden dürfen. Agaporniden
gehören nicht zu den sprachbegabten Papageien und werden
nur langsam zahm, da sie mehr auf den Lebenspartner fixiert
sind, als auf den Besitzer. Anfängliche scheu ist also normal.
Die Eingewöhnung wird erleichtert, wenn der Käfig nach dem
Einsetzen der Vögel mit einem Tuch abgedunkelt wird. Auch
soll in den ersten 4 Tagen kein Freiflug gewährt werden. Haben
sich die Tiere an ihre neue Umgebung gewöhnt, benötigen die
Unzertrennlichen täglich Freiflug. Um Verletzungen zu
vermeiden, bedenken Sie bitte, daß blanke Fensterscheiben
und Spiegel nicht als Raumbegrenzung erkannt werden.


Ernährung

In ihrer Heimat leben Agaporniden von Beeren, Früchten,
Sämereien und gelegentlich auch von Insekten. Gern nehmen
die Tiere ihre Nahrung von dem Boden auf. Der Zoofachhandel
hält gut geeignetes Grundfutter für Ihre Lieblinge bereit, für
Abwechslung müssen Sie allerdings selbst sorgen. Am meisten
freuen sich Agaporniden über Körner im natürlichen
Fruchtstand, wie z.B. ganze Sonnenblumen und Kolbenhirse.
Gern werden auch frisch gekeimte Hirse, Möhren, Banane,
Äpfel, Trauben und Petersilie genommen. Um den
Mineralstoffbedarf zu decken, empfehle ich frische
Weidenzweige und ein Vitaminpräparat vor und während der
Mauser. Täglich frisches Wasser ist selbstverständlich.

Pflege / Handhabung

Die gründliche Reinigung des Käfigs ist wöchentlich notwendig,
Futter- und Wasserschalen sind täglich zu reinigen.

Haben die Sitzäste eine zu geringen Durchmesser, so kann es
zum Auswachsen der Krallen und des Schnabels kommen.
Beugen Sie mit Sitzstangen in unterschiedlichen Stärken und
einem Kalkstein vor.


Zucht

Die Unterscheidung der Geschlechter ist aufgrund äußerer
Merkmale nicht möglich. Tierärzte nutzen das genetische
Material einer Feder um das Geschlecht des Tieres
festzustellen.

Im Gegensatz zu allen anderen Papageien bauen
Unzertrennliche ein Nest in ihrer Baumhöhle. Das Weibchen legt
3- 5 weiße Eier, welche 23 Tage bebrütet werden. Die Jungen
werden nach 6- 7 Wochen flügge und werden noch weitere 3
Wochen von dem Männchen weiter gefüttert.


Dr. Thomas Knuth


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