Aktuelles Thema zur Heimtierhaltung

Igel


Inhalt:  Gestzliche Bestimmungen
            
Überwinterung
            Der "normale" Igel
            
Fütterung
            
Aufnahme in menschliche Obhut




Gestzliche Bestimmungen

Igel stehen unter Naturschutz! Sie dürfen nach dem
Bundesnaturschutz- und der Bundesartenschutzverordnung
nicht in Gefangenschaft gehalten werden.

Ausnahmen sind erlaubt. Verletzte, kranke oder hilflose Tiere
dürfen bis zur Genesung aufgenommen werden, müssen
danach aber wieder in die Freiheit entlassen werden, sobald
sie dort überlebensfähig sind.

Überwinterung

Beträgt das Körpergewicht des Igels im Spätherbst 600g oder
mehr, sollte er in der freien Natur überwintern. Ab 500g
Körpergewicht reicht eine Kontrolle auf Parasiten und
gegebenenfalls eine Behandlung dagegen aus, um selbständig
über den Win-ter zu kommen. Bis 500g ist eine Aufnahme in
menschliche Obhut gerechtfertigt.

Ab Temperaturen um die 12°C treten schon erste
winterschlafähnliche Phasen auf. Igel können aber auch bei ca.
20°C ohne Winterschlaf ungefährdet überwintern. In der
Winterruhe verlangsamen sich Herzschlag und Atemfrequenz,
die Körpertempe-ratur sinkt ab. Verschläft der Igel den Winter,
sollten Temperaturen bis max. 6°C herrschen, darüber wechselt
der Igel zu oft zwischen Wach- und Schlafzustand, was zum
Verfall führen würde, da er kein Futter aufnimmt.

Erwachsene Igel sind Einzelgänger, nur Jungtiere können noch
zusammen gehalten werden. Sie lieben Höhlen, die man mit
einem niedrigen Karton und Zeitungspapier nachbauen kann.
Als Untergrund dient Holz ebenfalls mit Zeitungspapier
ausgelegt.

Der "normale" Igel

Die hochempfindliche Riechschleimhaut muß feucht sein, so
daß eine feuchte Nase normal ist. Auf Grund des sehr guten
Gehörs sind Igel bei bestimmten Lauten ge-räuschempfindlich.
Bei Gefahr sind Igel weniger fluchtbereit, sie rollen sich eher zu-
sammen und beißen auch schnell (und mehrmals) zu. Das
"Selbstbespeicheln" ist ein Teil der Sinnestätigkeit des Igels
und kein Ausdruck von Tollwut.

Tagsüber ruhen die Igel, erst abends und nachts werden sie
aktiv und benötigen dann viel Raum zum bewegen (2m²).

Fütterung

Igel sind Insektenfresser. Angeboten werden können:
Dosenfutter von Hund und Katze, Hackfleisch, gekochte Eier,
Obst (Bananen, Birnen, Äpfel), Futterkalk. Als Ballaststoffe
dienen gekochte Möhren, getrocknete Garnelen, Knorpel von
Hühner-knochen. Bieten sie nie Kuhmilch an, auch nicht
verdünnt. Wasser sollte stets frisch bereit stehen. Mehlwürmer
ab und zu können gegeben werden, aber keine Insekten oder
Schnecken oder Regenwürmer aus der Natur, sie könnten
Parasiten übertragen.

Jungigeln bietet man Katzenmilchersatz angerührt mit
Fencheltee an. Ab ca. 150g Körpergewicht sollten Igel
selbständig fressen. Zur Überbrückung kann man Kinder-
nährbrei, zerdrückte Bananen, Rinderhackfleisch, zerkleinertes
Hühnerfleisch an-bieten.

Multivitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sollten
beigemischt werden (Osspulvit, Madaus).

Igel in Gefangenschaft sollten nicht mehr als 900g wiegen. Die
maximale Futter-menge beträgt ungefähr einen gehäuften
Eßlöffel pro Tag.

Aufnahme in menschliche Obhut

Die meisten Igel sind mit Parasiten befallen, sowohl äußerlich
als auch innerlich. Äußere Para-siten sind v.a. Flöhe und
Zecken, manchmal auch Fliegenmaden. Zecken und Maden
werden mit einer Pinzette entfernt. Bei Flöhen wird der Igel
warm gebadet mit einem Insektizid (fragen sie Ihren Tierarzt)
oder besprüht und dann gebadet. Als Spray eignen sich Bolfo
oder andere Pyrethrumextrakte, die betäubten Flöhe werden
dann abgespült. Auch Milben auf der Haut oder in den Ohren
kommen vor – bitte fragen sie Ihren Tierarzt um Rat.

Im Darm lebende Parasiten können anhand einer Kotprobe
festgestellt werden, dabei müssen sie nicht unbedingt Durchfall
verursachen, so daß eine Kotuntersuchung immer ratsam ist.


Dr. Thomas Knuth



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