Aktuelles Thema zur Heimtierhaltung

Papageien


Inhalt:  Herkunft
            
Papageienheim
            
Eingewöhnung
            
Ernährung
            
Pflege




Herkunft

Über 320 Papageienarten sind auf allen Kontinenten, außer
Europa, über den gesamten Palmengürtel verbreitet. Sie leben
in der Natur paarweise, oft treu bis über den Tod hinaus.
Gewöhnt an soziale Bindungen, schließen sie sich auch dem
Menschen an. Sie benötigen deshalb mehr Zuwendung als
andere Vögel. Widmen Sie dem Tier bitte möglichst viel Zeit.
Sind sie berufstätig und der Vogel entsprechend lange alleine,
so empfiehlt sich die paarweise Haltung. Ein Paar beschäftigt
sich tagsüber selbst und nimmt weniger Zeit des Pflegers in
Anspruch.

Papageienheim

Das Papageienheim soll der Größe des Vogels entsprechen.
Bieten Sie ihm ein richtiges "Kletterhaus" an, das auch als
Schlafkäfig geeignet ist - nicht umgekehrt! Futter- und
Wassernapf sollen so angeordnet sein, daß sie nicht vom Kot
verschmutzt werden! Außerdem empfehlen wir ein Badehaus.
Das tägliche baden oder duschen gehört unbedingt zur
Fellpflege. Ein Kalkstein zum Schnabelwetzen sowie
Vogelspielzeug hilft den Vogel beschäftigen, wenn Sie außer
Haus sind. Sand ist die ideale Einstreu, da Ihr Vogel hier
gleichzeitig kleine Körner aufnehmen kann, die für die
Verdauung im Muskelmagen wichtig sind. Einige Sitzstangen
sollten Naturzweige sein. Sie bieten dem Vogelfuß
Abwechslung und fördern die Abnutzung der Krallen.
Gleichzeitig geben dem Papagei Äste von Weide, Haselnuß
oder ungespritztem Obstbaum zum Beknabbern wertvolle
Rohstoffe.

Der Standort für den Käfig soll möglichst hell, zugluftfrei und
sonnig sein. Vermeiden Sie jedoch grelle Sonneneinstrahlung
und Zugluft. Ein Platz in unmittelbarer Nähe des warmen
Heizkörpers ist nicht geeignet. Achten Sie bei der Auswahl des
Standortes darauf, daß Ihr Tier nicht permanent durch Radio
oder Fernsehen gestört wird.

Eingewöhnung

Unsere handaufgezogenen Nachzuchten sind im Unterschied
zu Wildfängen üblicherweise zahm, d.h. sie nehmen
Leckerbissen aus der Hand und lassen sich anfassen und
streicheln. Durch das Verbringen in eine neue Umgebung und
andere, ihm noch unbekannte Menschen kann der Vogel
anfangs aber unsicher und ängstlich wirken.

Versuchen Sie zuerst den Vogel wieder futterzahm zu machen,
reichen Sie ihm Leckerbissen (Apfel, Karotte oder Biskuit)
durch die Käfigstäbe. Hat er sich daran gewöhnt, versuchen
Sie die Fütterung durch die offene Käfigtür. Gelingt dies,
können Sie versuchen, den Papagei mit langsamen
Bewegungen am Fuß, dem Bauch oder am Schnabel zu
streicheln. Aber immer nur von vorne, damit er die
Handbewegungen verfolgen kann. Mit etwas Geduld wird es
Ihnen gelingen, in kurzer Zeit den Papagei so zahm zu machen,
wie Sie es sicher wünschen.

Das Nachahmen von Worten oder Geräuschen entspricht dem
Beschäftigungsbedürfnis und ist ein Versuch der
Verständigung mit Ihnen. Sprechen Sie zuerst immer wieder
das gleiche Wort zu Ihrem Vogel, in der gleichen Stimmlage
und nur, wenn er stillsitzt und Ihnen zuhört. Hat er erst einmal ein
Wort gelernt, können durch Übung weitere folgen.

Fliegen ist wichtig für das Wohlbefinden und Training der
Muskulatur. Der Freiflug findet am besten unter Aufsicht statt,
um Gefahren auszuschließen.

Ernährung

Jungvögel nehmen in den ersten Lebensmonaten ein
mehrfaches der Futtermenge zu sich, die erwachsene
Papageien fressen. Der Futternapf muß also wenigstens
dreimal täglich kontrolliert und gefüllt werden. Lassen Sie sich
nicht durch einen scheinbar vollen Napf täuschen. Prüfen Sie,
ob die obere Schicht nicht nur aus Futterspelzen besteht, die
der Vogel noch nicht gelernt hat, abzuräumen. Die ersten
Wochen sollte das Gewicht des Vogels möglichst regelmäßig
auf einer Küchenwaage kontrolliert werden: ein Gewichtsverlust
ist bedenklich.

Sie sind gut beraten, wenn Sie als Hauptfutter unsere
Hausmarke aus der Futterbar füttern. Diese Futtermischung
wird nach den neuesten Erkenntnissen der Papageienhaltung
aus besten Einzelsaaten artgerecht gemischt. Um Verfettung
und Ansteckung mit Pilzerregern zu vermeiden, wurde auf die
Beimischung von ölhaltigen Sämereien und Nüssen
weitgehend verzichtet. Ergänzend können Sie dazu
Mauserkörner, Leckerbissen oder Vogelgrit aus unserer
Beifutterserie anbieten. Saaten sind arm an Vitamin A und D
sowie Kalzium. Über das Futter geben Sie deshalb
Vitamintropfen. Kalk und Mineralien findet er im Vogelsand
eine Sepiaschale stellt eine gute Ergänzung dar. Apfel- und
Karottenstücke, Mangoldspinat und Chiccoreé als Grünkost
ergänzen das Angebot. Einzelne Hundebiskuit werden gerne
genommen und spenden tierisches Eiweiß und Calcium.

Pflege

Für ihre Gefiederpflege sorgen Papageien selbst! Vor allem in
Paarhaltung, da sie sich gegenseitig putzen. Durch lange
Heizperioden kann die trockene Wohnungsluft die Haut des
Vogels jedoch austrocknen. Er putzt und juckt sich häufiger als
gewöhnlich und verliert Kleingefieder. Bieten Sie ihm deshalb
sein Badehaus ganztägig an. Sprühen Sie ihn täglich mit
lauwarmem Wasser ein (ein Spritzer Cognac im Wasser sorgt
für herrlichen Federglanz), er putzt sein nasses Gefieder und
benetzt dabei seine Haut.

Schnabel und Krallen wetzt sich Ihr Papagei normalerweise
allein, es kann jedoch vorkommen ,daß dies nicht ausreicht.
Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig! Ist ein Kürzen notwendig
und sollten Sie Probleme dabei haben, hilft Ihnen unser Tierarzt
gern.

Die regelmäßige Reinigung des Käfigs sollte
selbstverständlich sein. Wir empfehlen 1x monatlich die
vorbeugende Reinigung mit einem milbenabtötenden Mittel

Bei aller Begeisterung für das neue Familienmitglied bedenken
Sie aber bitte, daß die Vögel einen anderen Tagesrhythmus
haben als wir Menschen. Gerade der junge Vogel muß
mehrmals am Tage Gelegenheit finden, auszuruhen und zu
schlafen. Ist es im Raum zu unruhig, kann es hilfreich sein, den
Käfig während der Ruhepausen abzuschirmen.

Beobachten Sie eine Veränderung im Verhalten oder ein
offensichtliches Unwohlsein, so rufen Sie uns bitte an. Mit der
langjährigen Erfahrung unserer Züchter in der
Papageienhaltung stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur
Verfügung.


Dr. Thomas Knuth


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