Aktuelles Thema zur Heimtierhaltung

Chamäleons


Inhalt:  Herkunft / Vertreter
            
Unterbringung
          
  Ernährung
            
Pflege / Handhabung




Herkunft / Vertreter

Die echten Chamäleons sind in 4 Gattungen mit etwa 120
Arten unterteilt: Bradypodon, Calumma, Chamaeleo und
Furcifer., die Erd- oder Stummelschwanzchamäleons in 2
Gattungen mit etwa 30 Arten: Brookesia und Rhampholeon.

Den größten Artenreichtum findet man auf Madagaskar, aber
verbreitet sind die Chamäleons viel weiter: Afrika,
Madagaskar, Indien, Sri Lanka, das Mittelmeergebiet, Klein-
Asien und Arabien. Die Erdchamäleons findet man auf
Madagaskar und von Ost- / Zentralafrika bis nach Kamerun.

Je nach Art leben Chamäleons auf Bäumen und Büschen oder
auf dem Boden. Dabei findet man sie im Regenwald, in Oasen
oder in Wüsten- und Trockengebieten, selbst in 4500m Höhe
an der Schneegrenze am Mount Kenia oder an der Küste
Südwestafrikas kann man Chamäleons finden. Soll das
Chamäleon also gesund bleiben und alt werden, muß man
genau wissen, aus welchem Lebensraum (Biotop) das Tier
stammt (Fundort erfragen).

Chamäleons unterliegen verschiedenen Artenschutzgesetzen.
Achten sie beim Erwerb ihres Tieres auf die nötigen Papiere
und Meldebestimmungen.


Hier nun einige Vertreter der Chamäleons:

-
Fischers Chamäleon (Bradypodion fischeri): Tansania, Busch-
 und Baumbewohner in Bergwäldern ab 600m Höhe, bis 36cm
 groß, kleinere Unterarten, 25-28°C

-
Karroo-Zwergchamäleon (Bradypodion karroicum): Südafrika,
 Savanne, im Gestrüpp, 14cm, 25-28°C

-
Buntes Zwergchamäleon (Bradypodion pumilum): Südafrika,
 Namibia, in Parks und Vorgärten im Gebüsch, 25 cm

-
Kurzhornchamäleon (Calumma brevicornis): Madagsakar,
 Bäume, Büsche, lichte Stellen, 35 cm, 25°C

-
Parsons Chamäleon (Calumma parsonii): Madagaskar,
 Regenwald, Baumbewohner, 65 cm, Winterruhe

-
Europäisches Chamäleon (Chamaeleo chamaeleo):
 Mittelmeergebiet, versch. Biotope, 40 cm, überwintern

-
Kammchamäleon (Chamaeleo cristatus): zentrales
 Westafrika, Regenwald der Küstengebiete, im Unterholz, 23
 cm, 25-28°C

-
Lappenchamäleon (Chamaeleo dilepis): tropisches Afrika,
 Baum- und Buschbewohner, 42 cm, 28°C

-
Ostafrikanisches Dreihornchamäleon (Chamaeleo jacksonii):
 Kenia, Tansania, 4 Unterarten, 35cm,

-
Bergchamäleon (Chamaeleo montium): Kamerun,
 Gebirgswälder 500 –1500m Höhe, 25 cm, 25°C,
 lichtempfindlich, 2-3 Jahre Lebenserwartung

-
Owens Dreihornch. (Chamaeleo oweni): West- und
 Zentralafrika, Bäume (und Büsche + Boden), 28°C, 36cm,

-
Teppichchamäleon (Furcifer lateralis): Madagaskar, Wiese,
 Gebüsch, lichte Bäume, 28cm, über 5 Jahre Lebenserwartung,
 25-28°C

-
Riesenchamäleon (Furcifer oustaleti): Madagaskar, heiße
 regionen, lichte Wälder, Boden, 69cm, 28-30°C

-
Pantherchamäleon (Furcifer pardalis): Madagaskar, heiße
 Regionen, 52cm, 28-35°C

-
Stachelchamäleon (Brookesia stumpffi): Madagaskar,
 Erdchamäleon, 10cm, 25-28°C

-Blattchamäleon (Rampholeon spectrum): Zentralafrika bis
 Tansania, Erdchamäleon, 9cm, 25°C, genaue Herkunft wichtig

Unterbringung

Die Größe und Einrichtung des Terrariums hängt natürlich von
der Chamäleon-Art ab. Kletternde Arten benötigen Raum nach
oben und viele Klettermöglichkeiten, bodenbewohnende Arten
mehr Grundfläche. Wird eine paarweise Haltung angestrebt,
kann das Terrarium auf Grund der Aggressivität untereinander
nicht groß genug sein.

-Standard-Terrarium: Lüftungsgitter im Deckel und in der Front,
 Busch- und Baumbewohner, höher als tief in den
 Abmessungen,

-Urwald-Terrarium: Chamäleons aus den unteren Bereichen
 des Regenwaldes und Laub- und krautschichtbewohner,
 Lüftungsflächen nicht zu groß für höhere Luftfeuchte, länger und
 tiefer als hoch

-Trocken-Terrarium: große Lüftungsflächen, für Wüsten- und
 Trockensavannen-Bewohner

-Gazebehälter: nur 1 Scheibe, sonst Gazewände, für Hochland-
 Arten oder auch Baum- und Buschbewohner

Zwar sind Chamäleons Sonnenanbeter, aber z.B. die
Regenwaldbewohner und Stummelschwanzchamäleons
meiden intensives Licht. Als zusätzliche Beleuchtung empfehlen
sich Punktstrahler, unter denen sich die Tiere auch aufwärmen
können.

Größenangaben beziehen sich auf die Maximalgröße,
Temperaturangaben beziehen sich auf Tagtemperaturen im
Sommer

Ernährung

Je abwechslungsreicher das Abgebot, desto weniger
Probleme hat man mit seinem Chamäleon. Vorlieben werden
verhindert und eine ausgewogene Nährstoffversorgung
gewährleistet.

Chamäleons reagieren auf Bewegung, so daß lebende
Futtertiere ihre Aufmerksamkeit erwecken: Schaben,
Heupferdchen, Fliegen, nackte Mäusebabys für größere
Chamäleons, Grillen, Heuschrecken, Heimchen,
Wachsmotten...

Auch pflanzliche Nahrung kommt in Frage bzw. können die
Pflanzen im Terrarium angefressen werden (Ficus pumila,
Ficus benjamina).

Zusätzlich sollte man Vitamin-Mineral-Mischungen geben,
entweder über die Futtertiere oder über das Trinkwasser.
Geeignet hierfür ist z.B. Korvimin ZVT und Multimulsin.

Und natürlich gehört auch Wasser zur Ernährung, wobei
mancha Arten erst lernen müssen, aus einer Schale zu trinken.
Bis dahin kann man eine Tropflasche verwenden oder über
Sprühwasser die Tiere versorgen. Anfangs kann es nötig
werden, eine Pipette zu verwenden.

Pflege / Handhabung

Wie alle Reptilien können Chamäleons ihre Körpertemperatur
nicht selbst konstant halten, sie sind auf ihre umgebenden
Bedingungen angewiesen. Verschieden warme Bereiche im
Terrarium ermöglichen es ihnen, sich aufzuwärmen oder
abzukühlen ganz nach Bedarf.

Chamäleons sind von Natur aus Einzelgänger und halten immer
einen Abstand zu Artgenossen, dessen Größe u.a. vom
Nahrungsangebot und einer Fluchtmöglichkeit abhängt.

Chamäleons sind tagaktiv. Morgens wärmen sie sich unter
dem Strahler auf und beginnen dann mit der Futtersuche.
Mittags warten sie ab, ob "Futter vorbeikommt", während
abends noch mal aktiv gesucht wird.

Leider sind Chamäleons im Terrarium nicht sehr langlebig,
kleinere Arten erreichen durchschnittlich 2,5 Jahre, mittlere bis
4 Jahre und große Arten bis zu 10 Jahre.


Dr. Thomas Knuth



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