Aktuelles Thema zur Heimtierhaltung

Prachtfinken


Inhalt:  Herkunft
            
Vogelheim
            
Eingewöhnung
            
Ernährung
            
Pflege




Herkunft

Die Heimat der Prachtfinken sind tropische und subtropische
Gebiete, wo sie in Steppen, Halbwüsten und Wäldern vorkom-
men. Unsere Prachtfinken erhalten wir weitgehend von Hobby-
Züchtern. Nur wenige Arten werden noch importiert, nicht zuletzt
weil sie in den Heimatländern als Ernteschädlinge ohnehin
stark verfolgt werden. Prachtfinken sollen als Paar, wenn nicht
sogar zu mehreren gehalten werden.

Vogelheim

Das Vogelheim sollte mindestens 80x50x60 cm groß ein.
Futter- und Wassernapf sollen so angeordnet sein, daß sie nicht vom Kot verschmutzt werden. Außerdem empfehlen wir
ein Badehaus. Prachtfinken baden oder duschen gern vor der
Gefiederpflege. Ein Kalkstein zum Schnabelwetzen sowie
Vogelspielzeug hilft die Vögel zu beschäftigen, wenn Sie außer
Haus sind. Sand ist der ideale Einstreu, da Ihre Vögel hier
gleichzeitig kleine Körner aufnehmen können, die für die Ver-
dauung im Muskelmagen wichtig sind.

Einige Sitzstangen sollten Naturzweige sein. Sie bieten dem
Vogelfuß Abwechslung und fördern die Abnutzung der Krallen.
Ordnen Sie die Stangen so an, daß die unteren von oben nicht
beschmutzt werden. Ein Nistkörbchen wird auch als Schlafnest
benutzt. Der Standort für den Käfig soll möglichst hell, zugluft-
frei und sonnig sein.

Vermeiden Sie grelle Sonneneinstrahlung und Zugluft. Ein Platz
in unmittelbarer Nähe des warmen Heizkörpers ist nicht geeig-
net. Achten Sie bei der Auswahl des Standortes darauf, daß
Ihre Tiere nicht permanent durch Radio oder Fernsehen gestört
werden.

Eingewöhnung

Beschäftigen Sie sich mit den Vögeln: Treten Sie langsam an
den Käfig, sprechen Sie leise zu ihnen, vermeiden Sie hastige
Bewegungen. Versuchen Sie bitte mit Geduld, die Vögel zuerst
im Käfig auf den Finger zu nehmen. Bieten Sie ihnen Lecker-
bissen mit der Hand im Käfig, später auch außerhalb an.

Sind die Vögel eingewöhnt, gestatten Sie ihnen einen täglichen
Freiflug im Zimmer, natürlich nur bei geschlossenen Fenstern
und Vorhängen. Fliegen ist wichtig für das Wohlbefinden und
Training der Muskulatur. Der Freiflug findet am besten unter
Aufsicht statt, um Gefahren auszuschließen.

Zwingen Sie die Vögel nicht, den Käfig zu verlassen, öffnen Sie
nur die Käfigtür und überlassen Sie es ihnen, wann sie die Ge-
borgenheit ihres Heims verlassen wollen.

Diese Vögel werden nur in Ausnahmefällen wirklich handzahm,
das Beobachten des sozialen Verhaltens, der Balz und der bei
einigen Arten wirklich hübsche Gesang werden Ihnen aber viel
Freude bereiten.

Ernährung

Sie sind gut beraten, wenn Sie als Hauptfutter verschiedene
Einzelsaaten artgerecht nischen lassen (aus einer Futterbar
z.B.). Mehrmals wöchentlich sollten Sie ihnen eine Rispe gön-
nen. Ihre Vögel haben damit mehr Beschäftigung - auch in der
Natur müssen sie ihr Futter suchen. Wichtig ist die Ergänzung
der Nahrung mit einem guten Eiweißfutter. Saaten sind arm an Vitamin A und D sowie Kalzium. Kalk und Mineralien finden sie
im Vogelsand, eine Sepiaschale ist eine gute Ergänzung.

Frischkost wie Löwenzahn, Chicoreé, Spinat oder Obst stellen
eine gute Abwechslung und Vitaminergänzung dar.

Ein Prachtfinken braucht nicht viel mehr als einen Teelöffel Haupt-
futter täglich - zuviel macht fett und träge.

Pflege

Für ihre Gefiederpflege sorgen Prachtfinken selbst! Vor allem
in Paarhaltung, da sie sich gegenseitig putzen.

Durch lange Heizperioden kann die trockene Wohnungsluft die
Haut des Vogels jedoch austrocknen. Er putzt und juckt sich
häufiger als gewöhnlich und verliert Kleingefieder. Bieten Sie
ihm deshalb sein Badehaus ganztägig an und besprühen Sie
ihn auch täglich mit einer "Blumendusche".

Schnabel und Krallen wetzen sich Ihre Prachtfinken normaler-
weise allein, es kann jedoch vorkommen, daß dies nicht
ausreicht. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig. Ist ein Kürzen
notwendig sollten Sie zum Tierarzt gehen.

Dr. Thomas Knuth


zum Archiv                Anfang der Seite