Aktuelles Thema zur Heimtierhaltung

Vogelspinnen


Inhalt:  Allgemeines
            
Spinnenheim
            
Ernährung
            
Pflege
            Arten




Allgemeines

Die meisten Vogelspinnen sind friedliche und stille Artgenossen, die sich für eine Terrarienhaltung sehr gut eignen. In die Enge getrieben beißt eine Vogelspinne natürlich zu, alle Arten sind auch giftig, aber sterben muß man deswegen nicht gleich.

Die Familie der Vogelspinnen umfaßt ca. 800 Arten, von denen einige über 10 cm Körpergröße erreichen können. Ihr "Skelett" tragen sie außen als Chitinhülle, so daß ein Wachstum der Tiere nur durch Häutungen möglich ist. Die Giftdrüsen liegen in den Beißklauen. Alle Vogelspinnen besitzen 8 Beine und zwei Körperhälften. Trotz ihrer 8 Augen reicht das Sehvermögen kaum zu mehr als zur Unterscheidung hell-dunkel. Vogelspinnen leben meist in Erdhöhlen oder auf Bäumen, wo sie ein Netz weben.

Allergiker und empfindliche Personen sollten auf sogenannte Bombadierspinnen verzichten, weil diese große Wolken feiner Haare mit Widerhaken ihrem Angreifer entgegen fliegen lassen können.

Wie bei anderen Gattungen auch gibt es mehr oder weniger ruhige Arten. Zu empfehlen sind z.B. Brachypelma- und Grammostola-Arten.

Weibchen einiger Arten sollen über 20 Jahre alt geworden sein, Männchen maximal 12. Letztere sterben aber häufig 2 bis 3 Jahre nach der Paarung. Terrarienexemplare erreichen meist 6 bis 14 Jahre.


Spinnenheim

Vogelspinnen sind Einzelgänger! Nur zur Paarung treffen sich Partner, wobei das Männchen als Beutetier enden kann.

Wichtig ist, ob ihre Spinne eine baum- oder erdbewohnende Art ist, je nachdem sollte das Terrarium eingerichtet werden. Mit 20 bis 25 °C und etwa 70 % Luftfeuchte sind die Mindestanforderungen schon gut erfüllt, bei Wüstentiere kann die Luftfeuchte noch unterschritten werden.

In das Terrarium gehört eine Trinkschale (auch zum Baden, nicht zu tief) und eine Beleuchtung (Glühbirne, Leuchtstoffröhre). Spinnen benötigen nicht so sehr viel Platz, 30 x 30 cm oder 30 x 40 cm sind meist ausreichend.

Erdbewohner sind mit Terrarien um 30 - 40 cm Höhe zufrieden, bekommen Einstreu (lockere Erde, Torf, Torf / grober Sand), in die sich grabende Arten zurückziehen können (20 cm tief für Bodenbewohner), Rindenstücke als Versteck, auch Pflanzen können eingebaut werden.

Baumbewohner bekommen idealerweise einen immergrünen Baum, dazu noch einen Ast oder Korkrindenstückchen zum verstecken. Baumbewohner trinken gerne den Tau von den Blättern - besprühen!

Als Halter von Vogelspinnen sollten sie die Herkunft ihrer Spinne genau kennen, um ideale Lebensbedingungen zu schaffen. Manche Arten leben auch in Gegenden mit Temperaturschwankungen Tag - Nacht oder kalten Jahreszeiten (Winterschlaf).


Ernährung

Die Nahrung wird vorwiegend außerhalb des Körpers verflüssigt und aufgesaugt, da größere Teile nicht verschlungen werden können. Spinnen fressen auf Vorrat, so daß meist eine wöchentliche Fütterung genügt. Je größer der Hinterleib der Spinne erscheint, desto besser war die Futterversorgung.

Vogelspinnen nehmen meist nur Lebendfutter an. Das Spektrum ist vielseitig: Insekten, Würmer, Spinnen, kleine Säuger – Mehlwürmer, Fliegen, Schaben, Grillen, Heuschrecken, kleine Mäuse, Hühnerküken, ... Die Größe des Futters muß natürlich der Größe der Spinne angepaßt sein (etwa ein Drittel der Spinne).

Häutet sich die Spinne, darf kein Futtertier im Terrarium sein, die Spinne ist sehr anfällig, könnte sogar angefressen werden!


Pflege / Handhabung

Spinnen sind an der weichen Bauchunterseite sehr empfindlich, greifen sie deswegen ihre Spinne niemals dort an. Umsetzen oder transportieren kann man sie z.B. mittels Plastikdosen. Mit einer Pinzette greift man seine Spinne von der Seite am Vorderkörper zwischen zweitem und drittem Beinpaar.

In Zeiten der Häutungen sind Spinnen sehr verletzlich und sollten kühl und schattig untergebracht sein, um Austrocknungen zu vermeiden.


Arten

- Brachypelma smithi = Euathlus smithi, Rotknie-Vogelspinne

- Mexiko, Trockengebiete, Cites nötig, 22-24°C,
  Bodenbewohner

- Brachypelma vagans = Schwarzrote Vogelspinne

- Mexiko, Columbien, Costa Rica, Bodenbewohner, feuchten
  Boden

- Brachypelma emilia = Euathlus emilia

- Mexiko, Mittelamerika, Bodenbewohner, 22-24°C

- Cyriocosmus legans Venezuela, Tobago, sehr klein,
  Erdbewohner, feucht

- Grammostola cala Chile, trop. Wälder, 24°C,
  Bodenbewohner, manchmal aggressiv

- Grammostola spatulata = Rote Chile Vogelspinne,
  Anfängerspinne

- Aphonopelma seemani Costa Rica, Texas, Californien, hohe
  Luftfeuchte

- Avicularia avicularia Südamerika, baumbewohnend, fressen
  auch Vögeltrop. Regenwald, hohe Luftfeuchte

- Avicularia metallica Surinam, Nordbrasilien,
  baumbewohnend, hohe Luftfeuchte, sehr friedlich

- Poecilotheria regalis Indien, Regenwald, Baumbewohner,
  schnell!

- Theraphosa leblondi groß!, feucht,   Südamerika,
  Bodebbewohner, Bombardierspinne

- Metriopelma zebrata trop. Regenwald, 80% Luftfeuchte


Dr. Thomas Knuth


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