Aktuelles Thema zur Heimtierhaltung

Zwergkaninchen


Inhalt:  Herkunft
            
Kaninchenheim
            
Eingewöhnung
            
Ernährung
            
Pflege




Herkunft

Die erstmals in Holland gezüchteten Zwergkaninchen stammen vom europäischen Wildkaninchen ab. Gemeinsam mit dem Feldhasen gehören sie zu den Leporiden.


Kaninchenheim

Das Kaninchenheim sollte von mindestens 80cm Seitenlänge und 50cm Höhe sein (bei wenig Auslauf eher größer). Neben Tränke, Napf und Heuraufe benötigen Sie einen Unterschlupf! Als Fluchttiere brauchen Kaninchen einen Platz zum Verstecken. Verwenden Sie möglichst eine Einstreu auf Strohbasis, da die Tiere auf Holzspäne häufig allergisch reagieren.

Der Standort für den Käfig soll hell, zugluftfrei und sonnig sein. Vermeiden Sie jedoch grelle Sonneneinstrahlung über längere Zeit und stellen Sie den Käfig nicht in der Nähe des warmen Heizkörpers auf.

Kaninchen verbringen als Höhlenbewohner und Dämmerungstiere die heiße Zeit des Tages im kühlen Bau! Die optimale Umgebungstemperatur liegt bei 18°C, die Luftfeuchte sollte zwischen 40 und 60% liegen.


Eingewöhnung

Zwergkaninchen sind nicht ängstlich, aber schreckhaft! Sprechen Sie das Tier deshalb an, wenn Sie es streicheln möchten! Nähern Sie sich dem Tier von vorn! Auch ansonsten ist neben Streicheln der sprachliche Kontakt mit dem Tier wichtig. Es merkt, ob Sie es loben oder schimpfen. Wenn das Kaninchen in der Wohnung frei läuft, wenigstens ½ Stunde am Tag, sollte es unter Beobachtung sein, damit es keine Gegenstände (Stromkabel) annagt.

Sie können Ihr Kaninchen am Rückenfell fassen und aufnehmen. Sie führen Ihre Hand langsam streichelnd über die Ohren an den Nacken bis zum Anfang des Rückenfells. Hier greifen Sie mit festem Griff in den Pelz. Mit der anderen Hand unterstützen Sie das Hinterteil des Tieres und legen es dann auf den Unterarm. Bedenken Sie aber bitte, daß Sie ein Jungtier erworben haben, das noch ein starkes Schlafbedürfnis hat und über längere Phasen am Tag seine Ruhe braucht. Überfordern Sie das Tier vor allem in den ersten Tagen nicht! Für Ihr Kaninchen ist schon die Anpassung an die neue, ungewohnte Umgebung ein enormer Stressfaktor. Geben Sie ihm Zeit sich einzugewöhnen. Dies ist vor allem deshalb wichtig, da es beim Kaninchen sogenannte Faktorenkrankheiten (z.B. Kokzidiose ) gibt, die bei übermäßigen Belastungen zum Ausbruch kommen können.


Ernährung

Um Verdauungsprobleme zu vermeiden, füttern Sie als Hauptfutter bitte ausschließlich Zwergkaninchen Baby-Futter und nach einigen Wochen normales Zwergkaninchen-Futter. Dazu bieten Sie verschiedene "Spezialitäten", Kalk- und Salzsteine und Nagerkräcker an. Duftendes Heu muß immer zur Verfügung stehen! Kaninchen brauchen für eine gesunde Ernährung einen Rohfaseranteil von ca.20%, da sie ansonsten zur Verfettung neigen.

Frühestens in 6 Wochen beginnen Sie bitte mit der Fütterung von Grünzeug (Löwenzahn, Endivien, Karotten), gut abgetrocknet, in kleinsten Mengen. Vergrößern Sie die Menge Grünfutter nur langsam von Tag zu Tag. Stellen Sie dünneren Kot als gewöhnlich fest, genügt es oft, einen Diättag mit ausschließlicher Fütterung von Heu einzulegen. Auch bei erwachsenen Tieren können Veränderungen der Fütterungsgewohnheiten zu Verdauungsproblemen führen, deshalb vermeiden Sie zu schnelle Umstellungen. Beim Kaninchen gibt es neben dem normalen Kugelkot den sogenannten Blinddarmkot. Er ist weich und traubenförmig und wird normalerweise nachts direkt vom After gefressen um die Nahrung besser zu verdauen. Sollte sich davon ab und zu etwas im Käfig finden, muß Sie das nicht beunruhigen, das ist kein Durchfall. Trinkwasser sollte stets frisch und ausreichend zur Verfügung stehen! Ideal ist die Anreicherung mit Vitamintropfen oder Nagermineral.


Pflege

Auch Kaninchen sollten mit einem Massagehandschuh regelmäßig "gebürstet" werden. Das sind nicht nur zusätzliche Streicheleinheiten, sondern dient der Fellpflege und verbessert die Hautdurchblutung. Damit wird das Tier weniger anfällig für Ektoparasiten.

Die Zähne sollte man 4-wöchentlich kontrollieren, da sie beim Kaninchen lebenslang wachsen und auch bei richtiger Ernährung einmal zu lang werden können. Wichtig ist die Krallenpflege! In der freien Natur buddeln Kaninchen viel und wetzen sich dabei die Krallen ab.

Das ist bei Ihnen zu Hause nicht möglich. Sollten Sie Probleme dabei haben, hilft Ihnen Ihr Tierarzt gern.


Dr. Thomas Knuth


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