Aktuelles Thema zur Heimtierhaltung

Schildkröten


Inhalt:  Herkunft
            
Schildkrötenheim
          
  Ernährung
            
Pflege
            Überwinterung




Herkunft / Arten


Kalziumreiche Gebiete der Mittelmeerregionen
Maurische Landschildkröte = Testudo graeca, Spornschildkröte, Marokko, Türkei, Spanien, Nordafrika, Mittlerer Osten, Iran, Balkan, Nordgriechenland, bis 30 cm

Griechische Landschildkr. = Testudo hermanni, Jugoslawien, Südeuropa, Osttürkei - an rel. kaltes Klima angepaßt, 25 - 30 cm

Breitrand-Schildkröte = Testudo marginata, Südgriechenland, Griechische Inseln, zinnenartige Form der hinteren Carapaxränder, 25 - 35 cm

Vierzehen-Landschildkr. = Testudo horsfieldi, Afghanistan, Südwestrußland, Pakistan

Nur im Frühjahr und zeitigen Sommer an der erdoberfläche, sonst zu kalt oder zu heiß, gräbt sich tief ein. Bis 28 cm

Ägyptische Landschildkröte = Testudo kleinmanni, Nordafrika, wahrscheinlich keine Winterruhe, bis 15 cm


Schildkrötenheim

Untergebracht werden Schildkröten in einem zugluftfreien Raum bei 20°C Zimmertemperatur. Als Bodengrund im Terrarium kann man groben Sand mit Erde vermischen. In das Terrarium gehören eine Wasserschale, eine Futterschale, ein Wärmestrahler (30 - 35°C), ein UV-Strahler. Eine ausgestochene Weißkleeplatte kann eingebracht und nach dem Abweiden ausgetauscht werden.

Die Größe des Terrariums muß der Anzahl und der Größe der Tiere entsprechen.


Ernährung

Abwechslungsreich zu füttern ist oberstes Gebot. Angeboten werden können:

- Wildpflanzen: Weißklee, Löwenzahn, Wiesenklee, Kleines
  Habichtskraut, Sedum, Mauerlattich, Scharfer Mauerpfeffer,
  Huflattichblüten, Lämmersalat, Luzerne, Ampfer, Scharfer
  Hahnenfuß, Gemander Ehrenpreis, Raps, Schafgarbe,
  Wegerich, Vogelmiere, Vogelwicke

- Obst, Salat: Chicoree, Blumenkohl- und Kohlrabiblätter,
  Bohnenblätter, Rapunzel, Erdbeeren, Süßkirschen, Tomaten,
  Stachelbeeren, Melone, Äpfel, Möhren geraspelt

- Reis und Kartoffeln gekocht, Speisequark, Garnelenschrot

- Eingeweichtes Weißbrot mit eingerührtem Hühnerei,
  Herzmuskel

- Katzenfuttermittel mit Getreide und Fisch

- Spezialfuttermittel für Schildkröten


Pflege

-
20 - 28 °C tags, 10 - 15 °C nachts
  
2500 Sonnenstunden / Jahr (in der Natur + simuliert)

-
verschiedene Arten nicht miteinander halten

-
Nachtruheplatz aus isolierendem Material

-
Nicht einölen!, die Poren verstopfen, Schmutz haftet fest, eine
  Reinigung wird erschwert, Panzernekrosen können auftreten.


Überwinterung

Winterruhe bedeutet eine Periode ohne Nahrungsaufnahme bei Temperaturen von 4 bis 8°C ohne Fortbewegung. Zuchttiere sollten unbedingt eine Winterruhe einhalten. Jungtiere halten im ersten Jahr nur etwa 2 Monate lang eine Winterruhe, danach verlängert sie sich auf ca.4 bis 5 Monate. Die erste Überwinterung kann auch warm erfolgen.

Kranke oder abgemagerte Schildkröten müssen warm überwintern. Auch Tiere, die trotz optimaler Temperaturen keine ruhe finden, kratzen oder aus dem Substrat herauskommen müssen im Zimmer überwintern.

Vor dem Beginn der Ruheperiode muß der Darm vollkommen entleert werden. Dazu werden die Tiere mehrmals warm gebadet. Die Temperatur wird langsam abgesenkt, gefüttert wird nicht mehr.

Überwintern kann die Schildkröte in einer Holzkiste, die man mittels Drahtgitter gegen Schadnager sichern kann. Als Substrat verwendet man eine Schicht Erde, darüber Laub, beides wird leicht feucht gehalten. Findet man einer der regelmäßigen Kontrollen ein Tier plötzlich auf dem Laub, wird es ins Zimmer verbracht. Überwintert wird bei 3 - 6 °C. Bei einer Überwinterung im Kühlschrank lagert man die Tiere in mit Torfmoos oder Laub gefüllten pappkästchen. Das Substrat wird alle 4 Wochen angefeuchtet.


Dr. Thomas Knuth


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